Alternativen zu Powerline Communication


Alternativen zu Powerline Communication

Internet per Funk: 8 Mbyte/s schnell

(v. 30.05.2000)

Ganz viel schneller als PLC, so etwas bietet der Internetzugang mittels des sogenannten Wireless Local Loop Point to Multipoint-Zugangs (WLL-PMP), d.h. über Funk.

Basisstationen, verteilt in Abständen vergleichbar mit denen der Basisstationen beim Mobilfunknetz versorgen die Interessierten auf den Frequenzbereichen 3,5 GHz und 26 GHz mit Datenraten von 8 MByte/s, das sind immerhin 64 Mbit/s. Und das dann flächendeckend. Das sind Datenraten, die PLC niemals wird bieten können. Erforderlich sind ein kleines Zusatzgerät und eine kleine Antenne.

Es sieht ganz so aus, als wenn dieses System nicht nur schneller ist als PLC, sondern auch deutlich weniger Installationsaufwand, deutlich weniger Probleme und Kosten verursacht. Und es ist ausgereifte, solide Technik auf hohem Niveau. Der Telekommunikationsanbieter Callino z.B. begann bereits im Mai 2000 mit dem Aufbau eines entsprechenden Netzes, das bereits jetzt zahlreiche Städte abdeckt. Andere Anbieter werden da nicht außen vor bleiben.

PLC ist  – verglichen mit einem WLL-PMP-Funkzugang – eine „lahme Ente“.

Die bessere Alternative zu hausinternem PLC

Bluetooth auf der CeBit

(v. 03.04.2001)

Bluetooth (in Anspielung auf den sagenhaften König Blauzahn), so nennt sich eine Technik zur Vernetzung von PCs im hausinternen Bereich, also beim sogenannten „End-User“. Gedacht für Anwendungen mit durchschnittlichen Reichweiten von ca. 10-15 m ist Bluetooth nahezu ideal an die typischen Gegebenheiten beim Endverbraucher angepasst. Bluetooth ist ein auf Funkübertragung basierendes Verfahren mit kleinster Sendeleistung im ISM-Frequenzbereich bei 2,4 GHz. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass mit diesem Verfahren eine ernsthafte Konkurrenz für die schnelle, hausinterne Datenkommunikation existiert, die dem PLC-Verfahren weit überlegen ist.

Weit überlegen heißt in diesem Fall, dass vergleichsweise viel schnellere Datenübertragung als via PLC kein Problem ist. Weiterhin ist die Verseuchung ganzer Frequenzbereiche, die für Funkanwendungen unersetzbar sind, mittels dieses Verfahrens nicht mehr gegeben. Das Verfahren bedarf keiner aufwendigen Sonderregelungen, wie es bei PLC mit seiner Notwendigkeit der sogenannten NB 30 der Fall ist. Vielmehr ist der benutzte Frequenzbereich für deratige Anwendungen bereits international seit vielen Jahren festgelegt und es ist damit zu rechnen, dass sich dieser Standard international im großen Stil durchsetzen wird, was die Preise für die Bluetooth-Chip-Sätze purzeln lässt.

Mit Bluetooth kann man mit Berechtigung vermuten, dass sich im Kurzwellenbereich arbeitende PLC-Modems für den hausinternen Einsatz nicht durchsetzen werden. Bluetooth hat zudem folgende Vorteile gegenüber PLC:

  1. Der Standard ist international geregelt, was der Massenproduktion den Weg ebnet.
  2. Keine gegenseitigen Störungen untereinander durch ein entsprechendes Übertragungsverfahren.
  3. Keine Störungen anderer Funkdienste im gleichen Frequenzbereich, da belegte Frequenzen erkannt und damit gemieden werden.
  4. Problemlos genehmigungsfähig, da die gesetzlichen Voraussetzungen bereits lange gegeben sind.
  5. Im Gegensatz zu PLC, das als Verfahren nur in Ballungsräumen rentabel erscheint, ist Bluetooth überall nutzbar.

Mittels Bluetooth dürfte sich die Wettbewerbssituation für PLC verschärft haben, denn die akuten Nachteile von PLC haften diesem Verfahren eben nicht an. Insbesondere – und das wird den Endverbraucher freuen – ist sein Modem bei Bluetooth auch bei einem Umzug in eine andere Stadt überall einsatzfähig, dank der übernationalen Normung.

Seitens der Mitbenutzer des ISM-Bereichs (namentlich der Funkamateure) wird Bluetooth naturgemäß kritisch betrachtet, insofern als dass bisher ruhige Frequenzen mehr und mehr belegt werden. Allerdings war seit jeher der Amateurfunk in diesem Frequenzbereich bei 2,4 GHz ein sekundärer Nutzer und dieser Status ist seit Freigabe dieses Frequenzbereichs (auch) für den Amateurfunk bekannt. Dass dort nun vermehrt andere Funkanwender auftauchen, die dieses Recht bereits seit Jahren haben, darf nicht verwundern, wenn es auch den bisherigen status quo zwar nicht de jure aber de facto modifiziert. Die Inanspruchnahme dieses Frequenzbereichs war zu erwarten, nachdem die Halbleitertechnik immer bessere Bauteile mit Eigung hierfür entwickelt hat. Eine Koexistenz wird anzustreben sein und aufgrund der Gestaltungsmöglichkeiten von Bluetooth auch problemlos möglich sein.

Alternative Funksysteme reduzieren Sendeleistung

(Pressemitteilung FI ISS von Dezember 2002)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft schlossen sich zu einem Arbeitskreis zusammen. Hier werden in sieben Arbeitspaketen und in 38 Teilprojekten wichtige Untersuchungen zur Senkung der Sendeleistung und Exposition durch Digitalen Rundfunk, Mobilfunk und drahtlosen lokalen Datennetzen (WLANs) vorgenommen und Alternativen ausgearbeitet. Die Aufgabenstellung heißt u.a.: „Welche technischen Potenziale können genutzt werden, um zukünftige drahtlose Kommunikationssysteme leistungsfähiger, wirtschaftlicher und expositionsärmer zu machen?“

An dem Vorhaben „miniWatt“ sind aus Deutschland beteiligt: Zehn Universitätsinstitute, jeweils vier Industrie- und mittelständische Unternehmen und eine Großforschungseinrichtung. Gastgeber in dem Koordinierungstreffen sind das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Lucent Technologies und der Lehrstuhl für Technische Elektronik der Universität Erlangen-Nürnberg.

Die Vorteile der neuen Funksysteme: Geringer Energieaufwand durch niedrige Sendeleistung bei gleicher Übertragungskapazität. Prof. Dr. Wiesbeck, Leiter des Instituts für Hochfrequenztechnik und Elektronik an der Universität Karlsruhe, fasst zusammen: „Wir werden bei bestehenden und zukünftigen Systemen die Effizienz wesentlich verbessern können und die Exposition lokal und im Mittel um mehr als eine Zehnerpotenz reduzieren. Erste Maßnahmen werden von der Industrie und den Betreibern in den nächsten Jahren eingeführt.“

Pressemitteilung FI IIS


V.i.S.d.P.: Martin Hengemühle, eMail: plc@addx.de