Finnischer Minister lehnt Powerline Communication ab – Deutsche Bestimmung NB 30 als unzureichend angesehen


Finnischer Minister lehnt Powerline Communication (PLC) ab –

Deutsche Bestimmung NB 30 als unzureichend angesehen

(v. 15.08.2001)

Bereits am 16. Mai 2001 – also in etwa zeitgleich mit der Inkraftsetzung der NB 30 in Deutschland, die ja den Weg zur kommerziellen Einführung von Powerline Communication (PLC) öffnen sollte – hatte die finnische Fernmeldebehörde Telehallintokeskus (THK) zu einem Seminar eingeladen, Thema: „PLC“.

Auf Anfrage eines Parlamentsmitgliedes zur möglichen Einführung von PLC antwortete der finnische Telekommunikationsminister, dass eine Einführung bis auf weiteres  wegen technischer Probleme nicht möglich sei.

Zu dem Seminar waren jetzige sowie künftige Frequenznutzer eingeladen, um über die Einführung von PLC in Finnland zu diskutieren. Die Energieversorger trugen ihr Interesse vor, die Frequenzen für den Datentransport auf Netzleitungen zu nutzen.

Dagegen hielt der Vertreter der finnischen Streitkräfte eine gemeinsame Nutzung von Funkfrequenzen im freien Raum und auf Stromversorgungskabeln ohne Störungen für ausgeschlossen.

Dies sahen die Vertreter der finnischen Luftfahrtbehörde ebenso. Sie erwarten für den Fall, dass PLC in Betrieb genommen würde, Risiken für die Flugsicherheit.

Dass die Grenzwerte der deutschen Norm NB 30 zu hoch seien, trug der Vertreter der finnischen Betreiber von Rundfunksendern vor. Er erwarte für den Fall, dass PLC in Betrieb gehe, dass der Empfang von analogen als auch von digitalen Rundfunksendern im HF-Bereich in normalen Wohnungen unmöglich gemacht werde.

Die veröffentlichten Testergebnisse zeigten, so der Vertreter des finnischen Amateurfunkverbandes, dass PLC eine Bedrohung für die Nutzer von Funkfrequenzen sei. Sie belegten eindeutig schädliche Störungen durch PLC.

Man darf sich vor diesem Hintergrund fragen, warum in Finnland die deutsche Situation im Hinblick auf das Thema „PLC“ als derart nicht sachgerecht angesehen wird. Zumal ja wohl klar sein dürfte, dass die physikalischen und technischen Gegebenheiten in beiden Fällen gleich sind – die Physik läßt sich ja bekannlich nicht „verbiegen“.


V.i.S.d.P.: Martin Hengemühle, eMail: plc@addx.de